| Schwarzpulverrallye 2008 2008 war mein (Nadine) erstes Mal Schwarzpulverrallye. Ich war vorher schon nach München gekommen, und in aller Hergottsfrühe standen wir freitagsmorgens in des Zottels Schraubergarage, um mit ein paar Leuten von dort loszufahren. Schlussendlich waren wir eine recht große Truppe von sowohl weiblichen als auch männlichen Mitbekloppten, und es ging quer durch Bayern durch schöne Städtchen und auf netten Pfaden Richtung Odenwald. An diesem Tag hab ich, glaube ich, mein Mopped das allererste Mal ernsthaft und richtig ausdauernd bewegt. seit ich den Führerschein habe. Das Wetter war prima. Das Lösungswort war "Wintertreffen". Diese 13 Buchstaben gilt es, per Kreisstädten abzufahren und sich dann in den dortigen Postfilialen, Polizeistationen oder Bahnhöfen einen Stempel zu holen. Begonnen werden darf freitagsmorgens. Es müssen nicht alle Buchstaben "gemacht" werden, das hängt davon ab, welches Mopped man fährt, ob einspurig oder Gespann zum Beispiel. Unsere Route ging knapp 460 km über Freising, Ingolstadt, Eichstätt, Weissenburg in Bayern (schnuckeliges kleines Fachwerk-Innenstädtchen - unbedingt einen weiteren Besuch wert, eigentlich), Roth, Nürnberg, Fürth, Erlangen, Höchstadt/Aisch, Tauberbischofsheim nach Hammelbach. Mittagessen gabs bei irgend einem McDoof am Weg auf der Sonnenterrasse, Abendessen in - ich glaube - Tauberbischofsheim in einem gemütlichen Lokal. Bei uns kamen dann noch gute 60 km extra drauf, denn Nils und ich mussten vor Hammelbach noch in Darmstadt Station machen, um unseren Zeltkrempel zu holen. Es wurde ziemlich spät in der Nacht - muss um Mitternacht herum oder sogar noch später gewesen sein -, als wir dann endlich in auf dem Gelände des Schützenvereins in Hammelbach aufschlugen, und ich war total erschöpft - an diese Strecke im Wald das feuchte Laub hoch erinnere ich mich noch genau, ich dachte zuerst, das würde ich nie schaffen. Ich war zittrig und völlig im Eimer, als wir dann endlich die Moppeds ausmachen und abstellen konnten. Dann kann man den Abend endlich in Ruhe ausklingen lassen - nachdem das Zelt aufgebaut ist, setzt man sich zu den Reisegefährten ans bereits lustig knisternde Lagerfeuer auf den selbst mitgebrachten Campingstuhl, der schön muckelig mit einem Schaffell als Unterlage ausgestattet ist (das man die ganze Fahrt vorher als "Sitzheizung" auf dem Mopped unterm Arsch hatte), bekommt ein Bier in die Hand gedrückt und lauscht den Gesprächen der alten Moppedhaudegen um sich herum. Hin und wieder fahren ein paar Verrückte, die noch nicht genug haben, mit dem Gespann um einen herum im Wald umher. Der eigentliche Höhepunkt des Treffens kommt dann samstagsvormittags - um die letzten erreichbaren Punkte zu holen, stellt man sich im Schützenhaus an, um mit einem alten, zünftigen Vorderladergewehr (natürlich nur mit Hörschutz) auf einer Zielscheibe dreimal sein Glück zu versuchen. Getroffen habe ich null und nichts - natürlich! Denn so ein Vorderlader schlägt aus wie ein alter Esel, wenn man schießt, und um diese Abweichung beim Schuss mit einzubeziehen, brauchts entweder viel Glück oder längeres Training als die drei Male, die man an diesem Morgen schießt. Dann kommt der gemütliche Teil des Wochenendes, und es geht eigentlich nur noch ums Nahrung aufnehmen, trinken, am Lagerfeuerchen wärmen, Moppedfachgespräche führen und natürlich ums Moppeds kucken. Aufpassen muss man dann eigentlich nur noch, wenn man im Schützenhaus dem "Odenwälder Bub" begegnet - um den sollte man einen weiten Bogen machen: "Odenwälder Bub" ist ein jägermeisterähnlicher Kräuterschnaps, der einem gefährlich schnell die Lichter ausschießt, wenn man den eigenen Flüssigkeitshaushalt vorher ausschließlich mit Bier in Ordnung gehalten hat... Sonntags ist dann noch die Siegerehrung (wenn man sie denn erlebt und der Odenwälder Bub nicht am Abend vorher ein neues Opfer gefunden hat), und danach packen alle wieder ihre Sachen zusammen und fahren wieder nach Hause. Alles in allem ist die Schwarzpulverrallye eines der schönsten, zünftigsten und kuriosesten Mopped-Wintertreffen, die es im deutschsprachigen Raum so gibt, und man muss sie einfach mal erlebt haben! | |